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Haltung und Aktion

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Diese Seite zeigt auf, wie im Raum Karlsruhe mit fehlgeborenen Kindern (während der Schwangerschaft verstorbenen Kindern mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm und damit nicht bestattungspflichtig) umgegangen wird.

Angeregt von verwaisten Eltern und den Frauen der Karlsruher Selbsthilfegruppe "Wenn Geburt und Tod zusammenkommen" auf der einen Seite und der Klinikseelsorge und Pathologie der St.-Vincentius-Kliniken auf der anderen Seite entstand das hier vorgestellte Karlsruher Kinderfeld. Daher befinden sich die Kreuzblume und der stilisierte Regenbogen links und rechts am oben dargestellten Logo.

Das Karlsruher Kinderfeld ist nicht nur die Grabanlage oder das Grabmal, es ist vor allem Haltung und Aktion ( Information, Trauerfeier, Bestattung und Begleitung), die lebt und sich weiterentwickelt.

Dieses Logo hat

für die Aktion: Allen Menschen ein Grab! kreiert.

 

Diese Kreuzblume ist das Zeichen der evangelischen Klinikseelsorge. In Deutschland wird es zumeist als Zeichen der ökumenischen Klinikseelsorge verwendet.

Im Rahmen des Kreuzes wurde eine Pflanze abgeschnitten. Aus der Seite wuchs ein neuer Trieb, der sogar zur Blüte kam. - Dieses Zeichen möchte die Klinikseelsorge allen verwaisten Eltern mit auf den Weg geben: Auch in Ihrem Leben wurde etwas abgeschnitten, das Leben Ihres Kindes. Wir wünschen Ihnen, dass auch bei Ihnen an anderer Stelle ein neuer Trieb wächst, der sich neu zur Blüte entfaltet.

Dieses Logo der Karlsruher Selbsthilfegruppe "Wenn Geburt und Tod zusammenkommen", angeschlossen an die "Initiative Regenbogen - Glücklose Schwangerschaft e.V." ist ein Hinweis auf die Nähe zu diesem Bundesverband und die Symbolik des Regenbogens.

Der Regenbogen ist das älteste biblische Zeichen, dass Gott mit den Menschen einen Bund geschlossen hat. Nach der Sintflut sprach Gott: "Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen: Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde. Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet. Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde." (Gen 9,12-16)
Als Erinnerung an diesen ältesten Bund Gottes mit uns Menschen steht dieser symbolisierte Regenbogen der Karlsruher Selbsthilfegruppe. Er besagt: auch wenn Sie tiefen Schmerz empfinden (über den Verlust Ihres Kindes) und vielleicht sogar das Gefühl haben, von Gott bestraft zu sein, dass Gott Ihnen auch in Ihrem Schmerz und Ihrem Leid nahe ist.

Besonders für Sie, die verwaisten Eltern, ist es oft schwer, daran zu glauben, dass Gott Sie nicht verlassen hat, dass Gott Sie nicht bestraft hat, sondern dass Gott Ihnen auch in Ihrem Schmerz und Ihrem Leid zu Ihnen steht. - Dafür steht das Zeichen des Regenbogens.

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Haltung

Das Bundesverfassungsgericht erklärte in seinem Urteil vom 28. Mai 1993 - gestützt auf Artikel 1 des Grundgesetzes, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Sie ist zu achten und zu schützen. "Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu. Nicht entscheidend ist, ob sich der Träger dieser Würde bewusst ist oder sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potentiellen Fähigkeiten genügen, um die Menschenwürde zu begründen."

Damit sagt das oberste deutsche Gericht klar und deutlich, dass Menschsein nicht von der Dauer der Schwangerschaft oder Gewicht des Kindes abhängig ist. Mensch ist man ab Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Dem Menschen kommt ab diesem Zeitpunkt Würde zu. Diese Würde verliert er nicht mit seinem Tode. Daher soll er auch betrauert und bestattet werden.

Diese Haltung besitzen nicht nur verwaiste Eltern und Seelsorger. Diese Haltung schließt alle Menschen ein, insbesondere jene, die beruflich damit zu tun haben: Frauenärzte und -ärztinnen, Hebammen und Krankenschwestern, Bestatter und Friedhofsangestellte.

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Information

Informationen beginnen beim Arzt, der den Tod des Kindes feststellt bzw. bestätigen muss. Es erfordert viel Einfühlungsvermögen, den Eltern diese schreckliche Tatsache schonend und dennoch unmissverständlich mitzuteilen. Es erfordert Professionalität, betroffene Eltern über den weiteren "Weg der Behandlung" zu informieren.

In der Klinik werden trauernde Eltern auf die Möglichkeit des Gesprächs mit dem/der KlinikseelsorgerIn hingewiesen.

In jedem Fall erhalten verwaiste Eltern noch während ihres Klinikaufenthalts den Brief der Selbsthilfegruppe "Wenn Geburt und Tod zusammenkommen" und der Klinikseelsorge. Damit werden sie über Wichtiges informiert:

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Trauerfeier

Mit der Trauerfeier werden zwar alte Erinnerungen wachgerufen und seelische Wunden schmerzlich wieder aufgerissen, aber sie lässt auch heilen. Für so manche der verwaisten Eltern ist es wieder der erste Versuch der Gottesbegegnung, nachdem seit dem Verlust des Kindes Gott und seine Existenz in Frage gestellt wurde.

Der heilsame und tröstende Charakter der Trauerfeier erfolgt auf verschiedenen Ebenen:

Das anschließende Zusammensitzen bei Kaffee und Tee ist für die verwaisten Eltern ein wesentlicher Bestandteil zur Bewältigung der Trauerarbeit. Im gegenseitigen Austausch erfahren sie, dass es auch anderen so ergangen ist wie ihnen und wie es diesen in ihrer Trauer ergeht. Dies zeigt ihnen auf, dass ihre Gefühle völlig normal sind.

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Bestattung

Die Bestattung ist die letzte Begegnung der Trauernden mit den verstorbenen Kindern. Sie nehmen bewusst Abschied von ihnen. Da die Bestattung wie bei erwachsenen Toten von statten geht, wird den Eltern zum Ausdruck gebracht, dass wir hier Menschen begraben. Es sind Kinder, keine Embryonen, keine Föten, keine Leibesfrüchte oder ähnliche Bezeichnungen, die verwaiste Eltern zu hören bekommen. Es ist ein letzter Akt, Ja zum Menschsein ihrer Kinder zu sagen.

Die Bestattung ist auch ein letzter kirchlicher Akt, der auf das ewige Leben hinweist, auf das Wiedersehen mit den Toten in der Ewigkeit bei Gott. Auch ist es eine letzte religiöse Handlung, die Verstorbenen Gott anzuempfehlen. Sie ist für die Trauerarbeit der verwaisten Eltern ungemein wichtig.

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Begleitung

Begleitung beginnt beim Arzt oder der Ärztin, die den Tod des Kindes feststellt. Er/Sie überweist die verwaiste Mutter an die KollegInnen einer Frauenklinik.

Ausschabungen (bis 4. Schwangerschaftsmonat) werden in Frauenkliniken von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin vorgenommen. Anschließend kommt die verwaiste Mutter meist für einen Tag auf Station. Hier begleitet das Pflegepersonal die trauernde Mutter auf der Station. Auf Wunsch besteht auch die Möglichkeit, dass der Vater mit dabei ist und auf eigene Kosten mit stationär aufgenommen wird.

Ist das Kind älter, so muss es im Kreißsaal geboren werden. Hierbei übernehmen die Hebammen wichtige Dienste. In der Begleitung der verwaisten Eltern kommen sie zu Arzt/Ärztin und Pflegepersonal hinzu.

Parallel hierzu können verwaiste Eltern auf Wunsch durch Seelsorger und/oder einer Frau der Selbsthilfegruppe begleitet werden.

Bei größeren fehlgeborenen Kindern betreut die Hebamme die verwaisten Eltern über den stationären Klinikaufenthalt hinaus (Nachsorge).

Solange verwaiste Eltern das Bedürfnis haben, sich mit anderen trauernden Eltern zu treffen und auszutauschen, besitzen sie hierzu die Möglichkeit. Die Karlsruher Selbsthilfegruppe "Wenn Geburt und Tod zusammenkommen" bietet dies im Gemeindezentrum von St.-Martin monatlich an. - Niemand kann den Schmerz und die Trauer verwaister Eltern besser verstehen als die Menschen, die es selbst durchlebt haben. Daher sind Selbsthilfegruppen besonders in der ersten Phase der Trauer besonders wichtig und hilfreich.

Prinzipiell ist auch eine seelsorgliche Begleitung über den Klinikaufenthalt hinaus möglich.

Weitere Begleitung ist besonders bei Schwangerschaftsabbrüchen notwendig. Hierbei spielen Beratungsstellen der verschiedenen Träger (Sozialdienst katholischer Frauen (SKF), Diakonie, Caritas, ...) eine wichtige Rolle.

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Spendenkonto des Hauptfriedhofes für dieses Kinderfeld: Kennwort Kleinstkindergrab
Konto 9 000 969 Sparkasse Karlsruhe BLZ 660 501 01

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http://www.kindergrab.de/ka-grab

Wenn Geburt und Tod zusammenkommen" Karlsruher Selbsthilfegruppe

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