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Rechtliches

1988, der Beginn

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1988 gab es in den St.-Vincentius-Kliniken in Karlsruhe eine Anfrage von Angehörigen an den damaligen Klinikseelsorger, P. Kretz SJ, ob ihr fehlgeborenes Kind nicht beerdigt werden könne. Gesetzlich sind sie nicht bestattungspflichtig. P. Kretz nahm trotzdem mit Prof. Schneider, dem Leiter der Pathologie, Kontakt auf. Gemeinsam beschlossen sie, die fehlgeborenen Kinder zu sammeln und jährlich in einem Trauergottesdienst mit den trauernden Eltern zu betrauern.

Die Pathologie der St.-Vincentius-Kliniken bekommt auch die fehlgeborenen Kinder sechs weiterer Frauenkliniken. Sie alle wurden seit dem Zeitpunkt der o.g. Anfrage in der Pathologie der St.-Vincentius-Klinken gesammelt.

Damit die Eltern am Trauergottesdienst teilnehmen konnten, wurde ihnen beim Verlust des Kindes angeboten, ihre Telefonnummer für die Pathologie zu hinterlassen. Wenn der Termin der Trauerfeier feststand, wurden sie telefonisch benachrichtigt. So kam es im Herbst 1988 zum ersten ökumenischen Trauergottesdienst für fehlgeborene Kinder in den St.-Vincentius-Kliniken in Karlsruhe. Er wurde als ökumenischer Gottesdienst von den Klinikseelsorgern beider Konfessionen vorbereitet und gehalten.

Nach dem Trauergottesdienst wurden die fehlgeborenen Kinder dem Städtischen Friedhof zur Bestattung übergeben. Dort wurden sie an der Friedhofsmauer anonym bestattet, d.h. ohne dass Eltern oder Seelsorger anwesend waren. Für die entstandenen Kosten (Transport zum Friedhof und die Bestattung) kamen die St.-Vincentius-Kliniken auf.

Bis zum 1. April 1994 lag die Gewichtsgrenze für diese nicht-bestattungspflichtigen Kinder bei 1.000 Gramm. Mit diesem Stichtag wurde sie auf 500 Gramm abgesenkt. Durch diese Gesetzesänderung halbierte sich die Anzahl der so betrauerten Kinder, lag aber noch immer zwischen 30 und 50 Kinder im Jahr, die in der jährlichen Trauerfeier betrauert und anschließend anonym beerdigt wurden.

Im Laufe der Jahre wechselten die Klinikseelsorger der St.-Vincentius-Kliniken. Ein(e) jede(r) reichte seinem Nachfolger bzw. Nachfolgerin die jährlichen Trauerfeiern für fehlgeborene Kinder weiter. Im Wesentlichen unverändert wurde so bis zum Jahre 2000 verfahren.