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Bescheinigung fehlgeborener Kinder

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Seit 15. Mai 2013 ist die Bescheinigung fehlgeborener Kinder (tot mit weniger als 500 Gramm geboren) auf dem Standesamt möglichen. Ich kann Ihnen aus absolut verlässlicher Quelle hierzu mitteilen:

  1. Bescheinigt werden können alle Kinder, die mit weniger als 500 Gramm gestorben sind, d.h. auch alle in den ersten 12 SSW verstorbenen Kinder - auch alle abgetriebenen Kinder.
  2. Diese Bescheinigung von fehlgeborenen Kindern ist zeitlich rückwirkend unbegrenzt möglich. D.h. auch eine Frau, die ihre vor 50 Jahren erfoglte Fehlgeburt schriftlich nachweisen kann, kann diese Bescheinigung erhalten.
  3. Für die Bescheinigung brauchen die Eltern bzw. die Frau ein Nachweis über ihre Fehlgeburt. Dieser wird erbracht durch einen korrekt ausgefüllen Mutterpass oder eine Bescheinigung des Arztes bzw. Hebamme.
  4. Auf dem Rathaus haben die Eltern einen Antrag auf Bescheinigung zu stellen und die Bescheinigung der Klinik bzw. Hebamme vorzulegen.
    1. Ist die Frau verheiratet, wird automatisch der Ehemann als Vater eingetragen.
    2. Ist die Frau nicht verheiratet, kann die Frau bestimmen, wer als Vater eingetragen werden soll. Dazu ist die schriftliche Zustimmung des Mannes erforderlich. Hierzu sollte der Mann mit zum Standesamt kommen.
    3. Vornamen des Kindes müssen nicht angegeben werden. - Steht das Geschlecht nicht fest, können auch zwei Vornamen angegeben werden, z.B. Martin und Martina.
  5. Die Bescheinigung wird im Standesamt zwar registriert, aber nicht in das Geburtenbuch eingetragen. - Staatsrechlich sind fehlgeborene Kinder keine Personen, sondern Menschen, deren früher Tod mit dieser Bescheinigung (nicht Beurkundung!) anerkannt wird. Fehlgeborene Kinder werden weiterhin statistisch nicht erfasst, auch nicht die registrierten. Hier hat sich nichts geändert.
  6. Es ist gut, wenn die Frauen zuvor bei ihren zuständigen Sachbearbeiterinnen anrufen, um zu besprechen, was sie an Unterlagen mitbringen müssen.
  7. Die Bescheinigung steht in keinem Zusammenhang zur Bestattung und hat hierauf keinerlei Einfluss. - Dies wird leider in der Presse immer wieder fälschlicher Weise genannt.
  8. Die Bescheinigung ist in Baden-Württemberg kostenlos. - Über andere Bundesländer kann ich noch keine Angaben machen. (Bitte teilen Sie mir mit, in welchen Bundesländern hierbei Kosten entstehen und wie hoch diese sind.)

Sollten Probleme auftreten, bitte ich Sie, mich hierüber umgehend zu informieren.

Bundesland
Gebühr
Bundesland
Gebühr
Baden-Württemberg
kostenlos
Niedersachsen
Bayern
10,- €
Nordrhein-Westfalen
Berlin
Rheinland-Pfalz
Brandenburg
Saarland
Bremen
Sachsen
10,- €
Hamburg
Sachsen-Anhalt
Hessen
Schleswig-Holstein
Mecklenburg-Vorpommern
Thüringen

Der hier genannte Betrag der Gebühr wurde mir von verwaisten Eltern mitgeteilt.

Hinweis:
Diese Gesetzesänderung geht auf das Ehepaar Martin zurück, die um mehrere früh verstorbene Kinder trauern, die sie nicht auf dem Rathaus anerkannt bekamen. - Hierbei zeigt sich mal wieder: Nur wer sich engagiert, kann was bewegen.

In eigener Sache
http://www.f.sgkg.de/f_sg/board.php?boardid=179
Angesichts dieser Möglichkeit der Bescheinigung fehlgeborener Kinder - unabhängig vom Stand der Schwangerschaft und Todesursache - steht das Projekt der Sammelbände zu verschiedenen Themen rund um Stillgeburt in einem neuen Lichte.
Ich bitte Sie als Betroffene,
* nutzen Sie die jetzt gegebene Möglichkeit der Bescheinigung
* machen Sie damit Erfahrungen - und wie es Ihnen damit geht
* schreiben Sie mir auf 3-10 DIN-A4-Seiten Ihre Erfahrungen hierzu, denn
- Gutes soll weiter fortgesetzt werden, d.h. in dieser Richtung soll weiter gegangen werden,
- Ungutes soll behoben werden.
Der Einsendeschluss für diese Berichte ist Ende Juni 2013.
Ich freue mich jedoch über jeden Bericht, den ich ab 16.6. einarbeiten kann, denn dann beginnt mein Urlaub.

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