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Definitionen


Lebendgeburt   Menschenwürde "verwaiste Eltern"
Anrecht auf ... ...Mutterschutz ... Erziehungsgeld  

SSW = Schwangerschaftswoche
Embryo wird das Kind bis zur 12 SSW genannt.
Fötus wird das Kind ab der 12. SSW genannt.
Fehlgeburt ist ein totgeborenes Kindes mit weniger 500 Gramm
Totgeburt ist ein totgeborenes Kindes bei über 500 Gramm (ab ca. 20. SSW)
Frühabort Tod des Kindes bis zur 12. SSW. * = frühe Fehlgeburt
Spätabort Tod des Kindes nach der 12. SSW. ** = späte Fehlgeburt
Entbindung medizinisch: Abtrennung des Kindes vom mütterlichen Organismus bei einer Lebendgeburt oder einer Totgeburt.
Entbindung arbeitsrechtlich: Geburt eines lebenden Kindes oder eines mit mindestens 500 Gramm.
Lebendgeburt Ein lebendig geborenes Kind, unabhängig vom Gewicht, Alter und der Lebensdauer.
Frühgeburt Ein vor vollendeter 37. SSW lebend oder tot geborenes Kind. ***
Mangelgeburt Ein mit weniger als 2.500 Gramm lebend oder tot geborenes Kind. ***
Frühchen Ein lebend geborenes Kind mit weniger als 2.500 Gramm oder ein vor der vollendeten 37. SSW lebend geborenes Kind.
Mensch Das Menschsein beginnt mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle. Zuweilen findet sich auch die Auffasung, dass das Menschsein mit dem Einnisten in die Gebärmutter beginnt. Dies ist etwa 7-14 Tage nach der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle.
Person

Nach dem deutschen Personenstandsgesetz (PStG) ist eine Person eine Lebend- oder eine Totgeburt.
Wiegt der stillgeborene Mensch weniger als 500 Gramm, so ist er im deutschen Rechtssinn keine Person.

fehlgeboren Als fehlgeborenes Kind wird auf dieser Seite ein Mensch genannt, der tot geboren wurde, aber weniger als 500 Gramm wiegt.
totgeboren Als totgeborenes Kind wird auf dieser Seite ein Mensch genannt, der tot geboren wurde, aber mindestens 500 Gramm wiegt.
stillgeboren Zusammenfassend bezeichnet es alle tot geborenen (fehlgeboren und totgeboren, einschließlich aller ausgeschabten und abgetriebenen) Kinder. Im englischen Sprachraum ist dieser Begriff (stillborn children) hierfür üblich.
   

* Wenn Kind und Nachgeburt nicht auf natürlichem Wege abgehen, muss eine Ausschabung vorgenommen werden, meist unter Vollnarkose.
** Das tote Kind geboren. Es wird meist über eine eingeleitete Geburt zur Welt gebracht.
*** Wenn das Kind tot geboren wurde, muss es in beiden Fällen mind. 500 Gramm wiegen, um als Früh- oder Mangelgeburt zu gelten.
Arbeitsrechtlich ist eine Mangelgeburt wie eine Frühgeburt zu behandeln, d.h. die Mutter hat Anspruch auf insgesamt 18 Wochen Mutterschutz, statt den üblichen 12 Wochen.

Lebendgeburt

Als Lebendgeburt gilt, wenn das Kind nach der Durchtrennung der Nabelschnur
entweder
oder
oder
mit der natürlichen Lungenatmung einsezt hat das Herz des Kindes geschlagen hat die Nabelschnur auf der Seite des Kindes pulsiert hat
Dabei spielt es keine Rolle, wie schwer das Kind war, in der wievielten SSW es war, wieviel Herzschläge oder Lungenzüge es hatte. Es gilt auf jeden Fall als Lebendgeburt.

Anspruch auf Mutterschutz besteht immer dann, wenn das Kind

Die Definition "Geburt" im Sinne des MuSchG ist gleichlautend.

Anspruch auf Erziehungsgeld besteht bei jeder Lebendgeburt, jedoch nicht bei Tot- oder Fehlgeburt.

Menschenwürde

Beginn der Menschenwürde wird verschieden angesetzt. Hierzu gibt es zwei unterschiedliche Lager:

Menschenwürde ab der Zeugung:
Der Schutz der Menschenwürde, wie ihn das Grundgesetz definiere, müsse auch für Embryonen im Reagenzglas gelten, sagte Manfred Koch, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) im WDR.
Die Zuerkennung der Menschenwürde dürfe nicht von einer Fähigkeit zur Selbstbestimmung abhängig gemacht werden, mahnte die "Bundesvereinigung Lebenshilfe". Daher sei der Embryo von Anfang an Mensch – auch im Reagenzglas – und habe Anspruch auf Wahrung seiner Menschenwürde.
Der unbedingte Schutz und die Unantastbarkeit der Würde eines Menschen müssten von der Zeugung bis zum Tod gelten. Sie dürften nicht von Entwicklungsstufen des Menschen abhängig gemacht werden, so Alois Baumgartner, Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken in der Münchner Erzdiözese.
Auch Ex-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin hatte den Beginn menschlichen Lebens mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle definiert - egal wo.

Menschenwürde ab der Einnistung:

Die befruchtete Eizelle in der Petrischale habe kein Recht auf Menschenwürde. "Die lediglich abstrakte Möglichkeit, sich in diesem Sinne weiter zu entwickeln, reicht meines Erachtens für die Zuerkennung von Menschenwürde nicht aus.", so Bundesjustizministerin Zypries beim Humboldt-Forum "Vom Zeugen zum Erzeugen? Verfassungsrechtliche und rechtspolitische Fragen der Bioethik" am 29.11.2003. (siehe: http://www.bmj.bund.de/enid/g6.html vom 7.7.04). Wohingegen die befruchtete Eizelle im Mutterleib sehr wohl Menschenwürde besäße.

Wesen der Menschenwürde

Das Wesen der Menschenwürde beinhaltet seit prähistorischer Zeit die Bestattung eines jeden Menschen. Die Verweigerung der Bestattung soll die Verhöhnung des Toten ausdrücken und wird bereits in Homers Ilias beschrieben:
In Buch 22, 330-366 verweigert Achill dem sterbenden Hektor die Bitte, seinen Leichnam herauszugeben. In Buch 24, 77-119 droht Zeus den Griechen den Zorn der Götter an, wenn Hektors Leichnam nicht herausgegeben wird, zumal des zu erwartendes Lösegeldes.

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"verwaiste Eltern" oder "trauernde Eltern"

Ob "verwaiste Eltern" oder "trauernde Eltern", das ist eine Spitzfindigkeit. Wenn einem Kind ein Elternteil gestorben ist, dann ist es auch ein Waisenkind. Wenn beide Elternteile gestorben sind, dann ist es ein Vollwaise. Warum soll es nicht bei Eltern mit Kindern ähnlich sein? Für mich zählt, dass diesen Eltern ein Kind fehlt, sie einen Menschen verloren haben. - Trauern kann man auch um verlorenen Arbeitsplatz, zerbrochene Freundschaft, .... Verwaist sein bedeutet für mich, dass aus der unmittelbaren Familie jemand verstorben ist.

Das etymologische Wörterbuch nennt „Waise“ vom mittel- und althochdeutschen „weiso“ kommend, was so viel bedeutet wie „verlassen von“, „leer von“. - Lexika kennen „Waise“ nur im Sinne von Waisenkind, das ein Elternteil verloren hat (Halbwaise) oder beide Elternteile (Vollwaise).

Von der eigentlichen Wortbedeutung her ist es jedoch weiter gefasst. Es darf diese Beschränkung auf Waisenkinder als Indiz angesehen werden, das die Existenz verwaister Eltern verdrängt und ignoriert wird. Es ist ein Trugschluss unserer Gesellschaft, sie seien erwachsen und würden daher keine besondere Zuwendung benötigen. Einer Witwe, aus dem gleichen Wortstamm kommend, wird dies noch zugestanden. Sie hat ein Recht auf ihre Trauer. Aber Eltern, die „nur“ um ihr(e) Kind(er) trauern, das gibt es doch nicht. Die sollen sich neue Kinder „machen“, dann seien sie getröstet, so die Vorstellung vieler Menschen heute.

Die Umgangssprache kennt die Redewendung „Im Vergleich mit ihm bist du ein Waisenknabe.“, was so viel bedeutet wie „Im Vergleich mit ihm kannst du nichts, bist du nichts.“ Darin kommt zum Ausdruck, dass es auffallend war, wie stark Waisenkinder in ihrer Entwicklung zurückgeblieben waren. - Verwaiste Eltern können oft Monate und Jahre mit der Entwicklung des Lebens nicht mithalten. Viele bleiben bei ihrer Trauer und ihrem Schmerz hängen, einige vereinsamen darin. - Für mich ist dies ein weiteres Indiz, wie richtig und zutreffend der Begriff "verwaiste Eltern" ist.

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