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abgetriebene Kinder dürften nicht bestattet werden ungetaufte Kinder kämen nicht in den Himmel
Klinik hätte Verfügungsrecht über fehlgeborene Kinder Kinder würden bei der Taufe den Namen erhalten
die 500-Gramm-Grenze sei willkürlich
Fehlgeburt ginge bis zur 28. SSW

Richtigstellung allgemeiner Irrtümer

abgetriebene Kinder dürften nicht bestattet werden

Die Rechtslage ist bis heute weder einheitlich noch klar:
 

Das Bestattungsrecht von fünf Bundesländern besagt:

Bayern: Art. 6 Tot- und Fehlgeburten, Körper- und Leichenteile
(1) Für eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht mit einem Gewicht von mindestens 500 Gramm (Totgeburt) gelten die Vorschriften dieses Gesetzes und die auf Grund dieses Gesetzes ergangenen Rechtsvorschriften über Leichen und Aschenreste Verstorbener sinngemäß. Eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht mit einem Gewicht unter 500 Gramm (Fehlgeburt) kann bestattet werden; im übrigen findet Absatz 3 entsprechende Anwendung.
(2) Für aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Feten und Embryonen findet Absatz 3 entsprechende Anwendung.
(3) Körper- und Leichenteile müssen durch den Verfügungsberechtigten oder, wenn ein solcher nicht feststellbar oder verhindert ist, durch den Inhaber des Gewahrsams unverzüglich in schicklicher und gesundheitlich unbedenklicher Weise beseitigt werden, soweit und solange sie nicht medizinischen oder wissenschaftlichen Zwecken dienen oder als Beweismittel von Bedeutung sind.

Bremen: § 18 Umgang mit Leichenteilen
(2) Totgeborene und Fehlgeborene, die nicht nach 17 Abs. 1 oder 3 bestattet werden, sowie aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Foeten und Embryonen sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu befördern und zu beseitigen.

Hamburg: § 10 Bestattungspflicht
(2) Totgeborene Leibesfrüchte mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm (Fehlgeburten), die nicht bestattet werden, sowie aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Feten und Embryonen sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht für wissenschaftliche Zwecke benötigt werden.

Mecklenburg-Vorpommern: § 9 Bestattungspflicht
(1) Leichen sind zu bestatten. Dies gilt nicht für Totgeborene mit einem Gewicht unter 1000 Gramm. Diese Totgeborene sowie Fehlgeborene sind auf Wunsch eines Elternteils zu bestatten. Anderenfalls sind sie von der Einrichtung, in der die Geburt erfolgt ist, hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht rechtmäßig zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden. Satz 4 gilt entsprechend für die Beseitigung von Feten aus Schwangerschaftsabbrüchen und von Körperteilen.

Thüringen: § 17 Bestattungspflicht
(1) Jede Leiche muss bestattet werden. Fehlgeborene und Leibesfrüchte aus Schwangerschaftsabbrüchen sind auf Wunsch eines Elternteiles zu bestatten.
(2) Werden Fehlgeborene und Leibesfrüchte aus Abbrüchen nach der zwölften Schwangerschaftswoche nicht von den Angehörigen bestattet, hat der bei der Geburt oder dem Schwangerschaftsabbruch anwesende Arzt oder die anwesende Hebamme für eien würdige Bestattung zu sorgen. Sie soll als Sammelbestattung erfolgen. Leibesfrüchte aus Abbrüchen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche sowie Leichen- und Körperteile sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend einzuäschern oder der Erde zu übergeben, sofern sie nicht zulässigerweise zu medizinischen, pharmazeitischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden.

Das Bestattungsrecht der hier genannten Bundesländer unterbindet ausdrücklich die Bestattung von abgetriebenen Kindern. Dabei spielt es keine Rolle, ob

In den Bundesländern, die hierzu nichts aussagen, kann im rechtsfreien Raum eine Bestattung von abgetriebenen Kindern straffrei erfolgen. Es ist somit entscheidend, in welchem Bundesland man das Kind geboren, verloren bzw. abgetrieben hatte. Nicht der Wohnort ist entscheidend, sondern der Ort des Ereignisses (Klinik)! - Ich gehe jedoch davon aus, dass auch hier die gleich Haltung vorherrscht, die da lautet: Die Frauen wollten diese Kinder eh´ nicht, daher "beseitigen" wir sie "hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend". Im Klartext bedeutet dies, dass sie im durch den Kamin "beseitigt" werden, wenn die Eltern sich nicht um die Bestattung ihrer abgetriebenen Kinder kümmern.

Auf Anfrage am 22.1.03 antwortete das Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern am 23.1.03: "Mecklenburg-Vorpommern wird noch in diesem Jahr eine Gesetzesänderung anstreben, nach der die Geburtseinrichtungen die Tot- und Fehlgeborenen, die nicht durch die Eltern bestattet werden sollen, auf einem Friedhof beizusetzen haben. ... Ich hoffe Ihre Fragen ausreichend beantwortet zu haben und stehe Ihnen für mögliche weitere Fragen gern zur Verfügung."
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Klinik hätte Verfügungsrecht über fehlgeborene Kinder

Immer wieder berichten verwaiste Mütter, dass Kliniken ihnen ihre fehlgeborenen Kinder nicht herausgegeben hätten.

Kliniken haben kein Verfügungsrecht über fehlgeborene Kinder, ebensowenig über abgetriebene Kinder. Das Verfügungsrecht über ihre Kinder liegt so lange bei den Eltern,

Solange weder das eine noch das andere erfolgte, liegt das Verfügungsrecht über ihre Kinder bei den Eltern.

Bestattungsrecht Bayern: Artikel 6, Absatz 3: "... müssen durch den Verfügungsberechtigten oder, wenn ein solcher nicht feststellbar oder verhindert ist, durch den Inhaber des Gewahrsams unverzüglich in schicklicher und gesundheitlich unbedenklicher Weise beseitigt werden, ...".

Kliniken sind Inhaber des Gewahrsams, keine Verfügungsberechtigten.
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Fehlgeburt ginge bis zur 28.SSW

Eine Krankenkasse wies im Januar 2005 den Antrag einer verwaisten Mutter auf MuSch mit der Begründung zurück: "Bis zur 28. Schwangerschaftswoche handelt es sich im medizinischen Sinne um eine Fehlgeburt und es besteht kein Anspruch auf Mutterschutzfrist und Zahlung von Mutterschaftsgeld."

Diese Krankenkasse verwechelte "Frühgeburt" und "Fehlgeburt". Dabei gibt es die medizinische Definition der Frühgeburt (bis zur Vollendung der 28.SSW) und die arbeitsrechtliche Definition (weniger als 2.500 g), die für den MuSch ausschlaggebend ist. Siehe: Definition

Für das MuSchG und den daraus resultierenden MuSch ist die Definition der Fehlgeburt das PersStG ausschlaggebend. Danach haben Sie Anspruch auf MuSch, wenn:

  • Ihr Kind lebend geboren wurde. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange es hernach lebte.
  • Ihr Kind still geboren wurde und mindestens 500 g wog.

Wog es zwischen 500 und 2.500 g, so haben Sie Anspruch auf 12 Wochen MuSch, wog es über 2.500 g, haben Sie Anspruch auf 8 Wochen MuSch. Hinzu kommt in jedem Falle die Zeit, die Sie von den 6 Wochen vor der Geburt nicht genommen haben. Insgesamt haben Sie somit einen Anspruch auf 14 bzw. 18 Wochen MuSch, je nach Gewicht Ihres Kindes.
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die 500-Grammgrenze sei willkürlich

Immer wieder wird die 500-Gramm-Grenze als willkürlich empfunden. Sie hat sehr wohl ihre Geschichte und ihre Bedeutung:

  • Bis 1.7.1979 galt als Totgeburt, wenn das Kind mind. 35 cm aufwies.

  • Bis 1.4.1994 galt als Totgeburt, wenn das Kind mind. 1.000 Gramm wog.

  • Seit dem 1.4.1994 gilt als Totgeburt, wenn das Kind mind. 500 Gramm wiegt.

1979 wurde die Grenze der Totgeburt auf 1.000 Gramm festgelegt, weil zu diesem Zeitpunkt die Medizin zu früh geborene Kinder unter 1.000 Gramm nicht durchbrachte. Lebend geborene Kinder mit weniger als 1.000 Gramm galten somit dem Tode geweiht.

Die Medizin machte Fortschritte. 1994 galten zu früh geborene Kinder mit einem Gewicht mit 500 Gramm als lebensfähig. Somit wurde diese Grenze auf 500 Gramm festgelegt.

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Richtigstellung theologischer Irrtümer

ungetaufte Kinder kämen nicht in den Himmel

http://www.hjp.ch/texte/Erzaelung/NichtHimmel.htm
http://www.eumom.com/ubbDE/Forum5/HTML/000145-7.html
Seiten, wie diese, beinhalten diese irreführliche Angaben, dass ungetaufte Kinder nach der heutigen Lehre der Kirche nicht in den Himmel kommen könnten.

Im Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) heißt es:

KKK 1281: Wer um des Glaubens willen stirbt sowie die Katechumenen und alle Menschen die zwar die Kirche nicht kennen aber unter dem Antrieb der Gnade aufrichtig nach Gott suchen und danach streben seinen Willen zu erfüllen gelangen auch dann zum Heil wenn sie ungetauft sterben [Vgl. LG 16 ].

KKK 1283: Was die ungetauft verstorbenen Kinder betrifft, leitet uns die Liturgie der Kirche an, auf die göttliche Barmherzigkeit zu vertrauen und für das Heil dieser Kinder zu beten.

Somit ist es nicht Lehre der kath. Kirche, dass ungetaufte Kinder nicht in den Himmel kommen würden.
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Kinder würden bei der Taufe den Namen erhalten

Michaela Nijs: Trauern hat seine Zeit. Göttingen 1999, Seite 55.

Der Taufliturgie folgen nach der Begrüßung die beiden Fragen an die Eltern:
Welchen Namen haben Sie Ihrem Kind gegeben?
Was erbitten Sie von der Kirche Gottes für N.? ("N." für den Namen des Täuflings)

Alleine hieraus geht hervor, dass die Namensgebung des Kindes vor der Taufe durch die Eltern erfolgte.

Die Eltern geben ihrem Kind den Namen, frei von Kirche (Taufe) und Staat (Standesamt). Dieses Naturrecht kann den Eltern nicht genommen werden.

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