Copyright
Rechtliches

Umgang mit fehlgeborenen und abgetriebenen Kindern

Startseite

 

B

 

C

 

A

 

Für weitere Infos die Bilder anklicken.

 

D

 

 

 

 

E

 

 

 

H

 

F

G

A = Einzelbestattung
B = Sammelbestattung unter Mitwirkung von Seelsorgern
C = einzeln oder gemeinschaftlich anonym bestattet
D = zu anderen Verstorbenen mit in den Sarg gelegt und mit diesen bestattet
E = mit Klinikmüll (Blinddärme, Raucherlunge, -beine, ...) verbrannt.
F = zu Lärmschutzwände und Granulat für Gehwege und Straßenbeläge verarbeitet.
G = medizinische Forschung, z.T. auch ohne Einwilligung der Eltern
H = (schwarz) an die Pharmazie für die Herstellung von Kosmetik verkauft.

Bestattungsrecht der Länder in der Übersicht zum Thema fehlgeborene Kinder

Bestattungsrecht im Vergleich der Forderungen der Aktion: Allen Menschen ein Grab!

Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 28. Mai 1993:

Art. 1 Abs. 1 GG erklärt die Würde des Menschen für unantastbar und verpflichtet alle staatliche Gewalt, die Menschenwürde zu achten und zu schützen. Wo menschliches Leben existiert, kommt ihm Menschenwürde zu. Nicht entscheidend ist, ob sich der Träger dieser Würde bewusst ist oder sie selbst zu wahren weiß. Die von Anfang an im menschlichen Sein angelegten potentiellen Fähigkeiten genügen, um die Menschenwürde zu begründen.

Grundgesetz

GG Art. 1 (1): Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Damit ist seit dem 28.Mai 1993 vom obersten deutschen Gericht klargestellt, dass der Mensch nicht ab einem bestimmten Alter nach oder vor der Geburt oder ab einem bestimmten Gewicht Mensch ist, sondern ab Anfang an, ab der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle.

Anfang der Seite

Umgang mit fehlgeborenen Kindern in Karlsruhe

Seit 1988 werdem in den St.-Vincentius-Kliniken in Karlsruhe die fehlgeborenen Kinder aus der nebenstehenden Region gesammelt und in einem jährlichen Trauergottesdienst, zu dem die verwaisten Eltern eingeladen wurden, betrauert. Dabei waren die Kinder in einem kleinen Sarg zugegen. In den nächsten Tagen wurden die Kinder anonym auf dem Städtischen Hauptfriedhof bestattet.

Seit 2001 hat die Klinikseelsorge in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe "Wenn Geburt und Tod zusammenkommen" der Selbsthilfegruppe Initiative-Regenbogen, dem Bestatter Stier und der Friedhofsverwaltung den Umgang mit den fehlgeborenen Kindern erweitert. Im wesentlichen umfasst es folgende Inhalte:

- Es finden jährlich 3 Trauerfeiern statt.

- In der Woche der Trauerfeier findet auch die Beerdigung der fehlgeborenen Kinder statt.

- Die fehlgeborenen Kinder erhielten hierfür eine eigene Grabstätte auf dem Städtischen Hauptfriedhof . Sie wurde im November 2001 eingeweiht.

- Verwaiste Eltern erhalten in der Klinik, gleich beim Verlust des Kindes, einen von Klinikseelsorge und Selbsthilfegruppe verfasstes Faltblatt. Damit werden sie darüber informiert, dass ihr Kind bis zur Trauerfeier in der Klinik aufbewahrt wird und dann bestattet wird. Die Termine der nächsten Trauerfeiern sind in dem Brief angegeben. Zu Trauerfeier und Beerdigung werden die verwaisten Familien durch den Brief eingeladen.

- Es kommen auch die fehlgeborenen Kinder des Städtischen Klinikums hinzu.

- Katholische und evangelische KlinikseelsorgerInnen dieser 9 Frauenkliniken haben die Möglichkeit, diese Trauerfeier und Beerdigung mitzugestalten. (Trauerfeier und Beerdigung werden immer von den gleichen SeelsorgerInnen geleitet.)

Die Termine der Trauerfeier und Beerdigung im Jahreskreis

Jan

Feb

März

April

Mai

Juni

Juli

Aug

Sept

Okt

Nov

Dez

 

 

 

Ostern

 

 

 

Urlaub

 

 

 

Weih-nachten

Die Termine der Trauerfeier und Beerdigung der fehlgeborenen Kinder entstanden in Karlsruhe in Anlehnung an den liturgischen Jahreskreis. Sie orientieren sich an Ostern und Weihnachten, sowie der Urlaubszeit. Somit ergeben sich die Termine

- vor der Karwoche, um Ostern frei feiern zu können
- vor den Sommerferien, um unbeschwert in Urlaub fahren zu können
- vor der Adventszeit, um Weihnachten unbelastete feiern zu können

Anfang der Seite

Verwendung für medizinische, wissenschaftliche ... Zwecke

Bundesland
Fremdverwendung
Baden-Württemberg 15.9.2000
§ 30 Bestattungspflicht
(2) Fehlgeburten, die nicht bestattet werden, und abgetrennte Körperteile sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, soweit und solange sie nicht wissenschaftlichen Zwecken dienen.
Bayern 10.8.1994
 
Berlin 21.9.1995
§ 15 Bestattungspflicht
(2) Eine totgeborene oder während der Geburt verstorbene Leibesfrucht mit einem Gewicht unter 1000 Gramm kann bestattet werden.
(3) Abgetrennte Körper- und Leichenteile sind, soweit sie nicht wissenschaftlichen Zwecken dienen, in hygienisch einwandfreier und dem sittlichen Empfinden entsprechender Weise zu beseitigen. Dasselbe gilt für Leibesfrüchte im Sinne von Absatz 2, die nicht bestattet werden.
Brandenburg 7.11.2001
 
Bremen 27.2.2001
 
Hamburg 30.1.2001
§ 10 Bestattungspflicht
(2) Totgeborene Leibesfrüchte mit einem Geburtsgewicht unter 1000 Gramm, die nicht bestattet werden, sowie aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Feten und Embryonen sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend einzuäschern und unter freiwilliger Teilnahme der Eltern auf einem Grabfeld zur Ruhe zu betten, sofern sie nicht rechtmäßig für wissenschaftliche Zwecke benötigt werden.
Hessen 7.12.1991
 
Mecklenburg-Vorpommern 3.7.1998
§ 9 Bestattungspflicht
(1) Leichen sind zu bestatten. Dies gilt nicht für Totgeborene mit einem Gewicht unter 1000 Gramm. Diese Totgeborene sowie Fehlgeborene sind auf Wunsch eines Elternteils zu bestatten. Anderenfalls sind sie von der Einrichtung, in der die Geburt erfolgt ist, hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend zu beseitigen, sofern sie nicht rechtmäßig zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden. Satz 4 gilt entsprechend für die Beseitigung von Feten aus Schwangerschaftsabbrüchenund von Körperteilen.
Niedersachsen 5.12.1983
 
Nordrhein-Westfalen 5.2.1794 (!)
 
Rheinland-Pfalz 6.2.1996
 
Saarland 18.12.1991
 
Sachsen 8.7.1994
§18 Bestattungspflicht
(6) Sofern Fehlgeborene (§ 9 Abs. 2) nicht gemäß Absatz 2 bestattet werden, sind sie von dem nach § 10 Abs. 1 Verantwortlichen oder durch den Inhaber des Gewahrsams unverzüglich hygienisch einwandfrei und unter Rücksicht auf das sittliche Empfinden zu beseitigen, solange sie nicht zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken aufbewahrt oder verwendet oder solange sie nicht als Beweismittel asserviert werden.
Sachsen-Anhalt 5.2.2002
§ 14 Bestattungspflicht
(4) Leichenteile unterliegen nicht der Bestattungspflicht. Sie sind in gesundheitlich unbedenklicher Weise und entsprechend den herrschenden sittlichen Vorschriften zu beseitigen, sofern sie für wissenschaftliche oder andere Zwecke nicht oder nicht mehr benötigt werden. Die Sätze 1 und 2 gelten auch für Leibesfrüchte aus Schwangerschaftsabbrüchen und für Fehlgeborene, sofern eine Bestattung nicht stattfinden soll.
Schleswig-Holstein 30.11.1995
 
Thüringen 19.5.2004
§ 17 Bestattungspflicht
(2) Werden Fehlgeborene und Leibesfrüchte aus Abbrüchen nach der zwölften Schwangerschaftswoche nicht von den Angehörigen bestattet, hat der bei der Geburt oder dem Schwangerschaftsabbruch anwesende Arzt oder die anwesende Hebamme für eien würdige Bestattung zu sorgen. Sie soll als Sammelbestattung erfolgen.Leibesfrüchte aus Abbrüchen bis zur zwölften Schwangerschaftswoche sowie Leichen- und Körperteile sind hygienisch einwandfrei und dem sittlichen Empfinden entsprechend einzuäschern oder der Erde zu übergeben, sofern sie nicht zulässigerweise zu medizinischen, pharmazeutischen oder wissenschaftlichen Zwecken verwendet werden.

Anfang der Seite


Impressum
Zurück zur  Startseite

an mich